Long COVID und ME/CFS: Mehr Aufmerksamkeit für postinfektiöse Erkrankungen

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1. Oktober 2026

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Geschrieben von: Janina Braun

Gründer, Marketingexperte und kreativer Kopf der agentur-braun

Leopoldina rückt postinfektiöse Erkrankungen in den Fokus

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina fordert, postinfektiöse Erkrankungen stärker in den Blick zu nehmen. Das berichtet das Deutsche Ärzteblatt unter Bezug auf eine heute veröffentlichte Stellungnahme. Im Mittelpunkt stehen demnach Long COVID sowie myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom, kurz ME/CFS. Ziel der größeren Aufmerksamkeit ist es, die Versorgung zu verbessern.

Für Arztpraxen, MVZ und Praxismanager ist diese Meldung aus mehreren Gründen relevant: Long COVID und ME/CFS sind Themen, die nicht nur in spezialisierten Einrichtungen auftauchen. Patientinnen und Patienten wenden sich mit Fragen, Unsicherheit und Informationsbedarf häufig zuerst an ihre vertraute ambulante Praxis. Auch wenn die Meldung keine konkreten neuen Vorgaben für die Praxisorganisation nennt, zeigt sie deutlich: Postinfektiöse Erkrankungen bleiben ein aktuelles Versorgungsthema.

Warum das Thema in der ambulanten Versorgung ankommt

Die Leopoldina spricht laut Bericht ausdrücklich von postinfektiösen Erkrankungen. Damit geht es nicht allein um eine einzelne Diagnose, sondern um ein Versorgungsfeld, das Aufmerksamkeit, Orientierung und verständliche Kommunikation benötigt. Für Praxen bedeutet das zunächst: Das Thema kann in der Patientenkommunikation eine Rolle spielen, selbst wenn eine Praxis keine spezialisierte Schwerpunktsprechstunde anbietet.

Gerade bei gesundheitlichen Themen, die öffentlich diskutiert werden, entsteht häufig ein erhöhter Informationsbedarf. Patientinnen und Patienten möchten wissen, ob ihre Beschwerden einzuordnen sind, welche Anlaufstelle zuständig ist oder ob die eigene Praxis das Thema aufgreift. Die Meldung der Leopoldina unterstreicht deshalb nicht nur die medizinische, sondern auch die organisatorische Bedeutung einer klaren Außendarstellung.

Eine Praxiswebsite kann hier eine wichtige Funktion übernehmen: Sie kann transparent machen, welche Leistungen eine Praxis anbietet, wie Termine organisiert werden und welche Informationen Patientinnen und Patienten vor einer Kontaktaufnahme bereithalten sollten. Wer seine digitale Außendarstellung grundsätzlich strukturieren möchte, findet Impulse im Beitrag zur erfolgreichen Arztpraxis-Website.

Konkreter Nutzen für Praxen: Orientierung statt Überforderung

Aus der Meldung lässt sich keine neue rechtliche Pflicht und keine neue medizinische Handlungsanweisung ableiten. Praktisch relevant ist sie dennoch, weil sie die Aufmerksamkeit auf ein Thema lenkt, das im Praxisalltag Gesprächsanlässe schaffen kann. Für Praxisteams ist es hilfreich, wenn die eigene Kommunikation dazu konsistent ist: Was sagt die Praxis am Telefon? Welche Informationen stehen online? Wie werden Anfragen eingeordnet, ohne Patientinnen und Patienten falsche Erwartungen zu vermitteln?

Der wichtigste Nutzen liegt daher in der Orientierung. Praxen können prüfen, ob ihre öffentlich sichtbaren Informationen verständlich und aktuell sind. Wird auf der Website klar beschrieben, welche Fachrichtung, welche Schwerpunkte und welche organisatorischen Abläufe gelten? Können Patientinnen und Patienten erkennen, wie sie Kontakt aufnehmen und welche Terminwege vorgesehen sind? Solche Informationen ersetzen keine ärztliche Abklärung, können aber Rückfragen reduzieren und das Praxisteam entlasten.

Gerade bei sensiblen oder erklärungsbedürftigen Themen ist es sinnvoll, keine überzogenen Versprechen zu formulieren. Die Leopoldina-Meldung spricht von mehr Aufmerksamkeit und besserer Versorgung; sie liefert im vorliegenden Bericht jedoch keine Details zu konkreten Maßnahmen. Praxen sollten deshalb sachlich bleiben und nur das kommunizieren, was sie tatsächlich anbieten und verantworten können.

Patientenkommunikation: Sachlich, auffindbar und eindeutig

Long COVID und ME/CFS sind Begriffe, die viele Patientinnen und Patienten bereits kennen. Das kann hilfreich sein, führt aber auch zu unterschiedlichen Erwartungen. Eine sachliche Praxisinformation kann erklären, ob und wie die Praxis Anfragen zu postinfektiösen Beschwerden entgegennimmt. Wichtig ist dabei eine klare Sprache: keine Dramatisierung, keine Verharmlosung und keine medizinischen Zusagen, die über die eigenen Möglichkeiten hinausgehen.

Auch die Auffindbarkeit spielt eine Rolle. Wenn Patientinnen und Patienten online nach einer Praxis suchen, entscheiden sie oft anhand weniger Informationen, ob sie Kontakt aufnehmen. Eine gut strukturierte Website mit verständlichen Leistungsseiten unterstützt deshalb nicht nur die Außendarstellung, sondern auch den Praxisablauf. Mehr dazu, wie Arztpraxen online besser gefunden und kontaktiert werden können, zeigt der Beitrag zur Website für Ärzte und zur Online-Patientengewinnung.

Was Praxismanager jetzt prüfen können

Für Praxismanagerinnen und Praxismanager bietet die aktuelle Meldung einen Anlass, die eigene Informationsarchitektur zu überprüfen. Nicht jede Praxis braucht eine eigene Long-COVID-Seite. Aber jede Praxis profitiert von klaren, aktuellen und leicht auffindbaren Angaben. Dazu gehören die Leistungsübersicht, Hinweise zur Terminvereinbarung, Kontaktwege und eine verständliche Darstellung der fachlichen Zuständigkeit.

Wenn eine Praxis bereits regelmäßig Anfragen zu Long COVID, ME/CFS oder anderen postinfektiösen Beschwerden erhält, kann eine abgestimmte interne Kommunikation sinnvoll sein. Der Bericht des Deutschen Ärzteblatts nennt allerdings keine konkreten Vorgaben, Fristen oder Abrechnungshinweise. Deshalb sollte die externe Kommunikation bewusst allgemein und faktentreu bleiben: Die Leopoldina fordert mehr Aufmerksamkeit für postinfektiöse Erkrankungen; der Fokus liegt auf Long COVID und ME/CFS; die Versorgung soll verbessert werden.

Aus Marketingsicht ist das Thema ein Beispiel dafür, wie medizinische Aktualität und digitale Praxisdarstellung zusammenhängen. Gute Kommunikation beginnt nicht erst mit Werbung, sondern mit klaren Informationen für bestehende und potenzielle Patientinnen und Patienten. Weitere Grundlagen dazu bietet die Seite zu Praxis-Marketing.

Einordnung für die Praxis

Die Meldung ist kein Anlass für vorschnelle Aussagen oder neue Versprechen. Sie ist aber ein deutlicher Hinweis darauf, dass postinfektiöse Erkrankungen wie Long COVID und ME/CFS weiterhin auf der gesundheitspolitischen und wissenschaftlichen Agenda stehen. Für ambulante Praxen bedeutet das: Wer transparent, sachlich und aktuell kommuniziert, hilft Patientinnen und Patienten bei der Orientierung und kann zugleich das eigene Team entlasten.

Der praktische Schritt liegt daher weniger in großen Kampagnen als in einer einfachen Frage: Finden Patientinnen und Patienten auf der Praxiswebsite die Informationen, die sie für den nächsten Kontakt benötigen? Wenn diese Frage zuverlässig mit Ja beantwortet werden kann, ist bereits viel für eine gute, patientenfreundliche Kommunikation getan.

Quellen

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