1. Fakt
Nach Erstergebnissen des Mikrozensus 2025 lebten 49 % der Bevölkerung in Deutschland in einer Familie. Das teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) in einer Veröffentlichung vom 17. September 2026 mit. Zugleich nennt Destatis für 2025 weitere Haushalts- und Lebensformen: Der Anteil der Alleinstehenden lag bei 23 %, der Anteil der Bevölkerung in Partnerschaften ohne Kinder im Haushalt bei 28 %.
Dieser Befund ist für Arztpraxen, Zahnarztpraxen, MVZ und Praxismanager relevant, weil Patientenkommunikation im Praxisalltag häufig unbewusst von Familienstrukturen ausgeht: Angehörige organisieren Termine, Eltern begleiten Kinder, Partnerinnen oder Partner erinnern an Unterlagen oder holen Rezepte ab. Die Destatis-Zahlen zeigen jedoch: Ein erheblicher Teil der Bevölkerung lebt nicht in einer klassischen Familienkonstellation mit Elternteil und Kind im Haushalt.
2. Kurze Erklärung
Destatis beschreibt den Anteil der Bevölkerung, der als Elternteil oder Kind in einer Familie lebt, als seit Mitte der 2010er-Jahre stabilisiert. Für 2025 wird ein Anteil von 49 % genannt, ähnlich wie 2015 mit 48 %. Im längerfristigen Vergleich verweist Destatis außerdem darauf, dass 1996 noch 57 % der Bevölkerung als Elternteil oder Kind in einer Familie lebten. Gleichzeitig ist der Anteil der Alleinstehenden laut Destatis von 17 % im Jahr 1996 auf 23 % im Jahr 2025 gestiegen; der Anteil der Bevölkerung in Partnerschaften ohne Kinder im Haushalt stieg von 26 % im Jahr 1996 auf 28 % im Jahr 2025.
Für Praxen ist daran nicht die gesellschaftliche Deutung entscheidend, sondern der praktische Kommunikationsimpuls: Wer Patienteninformationen nur für „die Familie“ oder „die Eltern“ denkt, erreicht möglicherweise nicht alle Zielgruppen gleich gut. Viele Patientinnen und Patienten organisieren Gesundheitsfragen allein, leben in Zweierhaushalten ohne Kinder im Haushalt oder haben keine Person im direkten Haushalt, die bei Terminplanung, Formularen, digitalen Zugängen oder Erinnerungen unterstützt.
Das betrifft besonders digitale Kontaktpunkte: Praxiswebsite, Online-Terminbuchung, Kontaktformulare, Hinweise zu mitzubringenden Unterlagen, Notfall- und Vertretungsinformationen, Anfahrtsbeschreibung, Barriereinformationen und Informationen zur Rezept- oder Befundorganisation. Gerade dort sollten Formulierungen so gewählt sein, dass sich unterschiedliche Lebenssituationen wiederfinden. Das bedeutet nicht, medizinische Abläufe zu verändern oder zusätzliche rechtliche Zusagen zu machen. Es bedeutet vor allem: verständlich, konkret und nicht zu eng adressieren.
Ein Beispiel: Statt Informationen nur mit „für Familien“ oder „für Eltern“ zu rahmen, kann eine Praxis neutraler schreiben: „Bitte bringen Sie vorhandene Befunde, Ihren Medikationsplan und Ihre Versichertenkarte mit.“ Wo Angehörige organisatorisch eine Rolle spielen können, kann die Praxis präzise bleiben: „Wenn Sie Unterstützung benötigen, kann eine Begleitperson beim Ausfüllen organisatorischer Unterlagen helfen.“ Solche Formulierungen schließen Familien nicht aus, setzen sie aber auch nicht als Normalfall voraus.
Auch für SEO und Google-Sichtbarkeit ist diese Klarheit hilfreich. Google Search Central ist in den gelieferten Quellen zwar nicht mit einem konkreten Auszug enthalten; der hier gewählte Fakt stammt daher ausschließlich von Destatis. Aus Praxissicht bleibt trotzdem naheliegend: Eine Website, die zentrale Informationen eindeutig und zielgruppenoffen benennt, ist für Patientinnen und Patienten leichter nutzbar. Das verbessert nicht automatisch Rankings, reduziert aber Missverständnisse und kann Rückfragen am Telefon vermeiden.
3. Konkreter Nutzen für die Praxis
Website-Texte breiter formulieren
Prüfen Sie zentrale Seiten Ihrer Praxiswebsite: Startseite, Terminseite, Neupatienteninformationen, Leistungsseiten, Kontaktseite und FAQ. Werden dort nur Familien, Eltern oder Angehörige angesprochen? Dann lohnt sich eine neutralere, inklusivere Sprache. Formulieren Sie so, dass Alleinstehende, Paare ohne Kinder im Haushalt, Eltern und ältere Patientinnen und Patienten gleichermaßen verstehen, was zu tun ist.
Termin- und Vorbereitungsinformationen konkret machen
Allein organisierende Patientinnen und Patienten profitieren besonders von klaren Checklisten. Sinnvoll sind kurze Hinweise wie: Welche Unterlagen werden benötigt? Wie lange sollte man vor dem Termin da sein? Wie können Termine abgesagt werden? Welche Telefonnummer ist für akute Anliegen vorgesehen? Welche digitalen Wege gibt es, falls die Praxis sie anbietet?
Begleitpersonen sachlich erwähnen
Wenn Begleitpersonen organisatorisch möglich oder sinnvoll sind, sollte die Praxis das sachlich und ohne Druck formulieren. So entsteht keine Erwartung, dass jede Patientin und jeder Patient eine Person mitbringen muss. Gleichzeitig wissen Menschen mit Unterstützungsbedarf, dass sie ihre Begleitung einplanen können.
Telefonaufkommen reduzieren
Je klarer die Website typische Fragen beantwortet, desto weniger müssen Patientinnen und Patienten anrufen, um Basisinformationen zu klären. Gerade bei knappen Personalressourcen kann eine bessere digitale Vorinformation die Anmeldung entlasten. Der Destatis-Fakt liefert dafür einen einfachen Perspektivwechsel: Nicht nur Familien denken, sondern unterschiedliche Haushalts- und Lebensformen berücksichtigen.
Recruiting und Praxisimage mitdenken
Auch Bewerberinnen und Bewerber lesen Praxiswebsites. Eine verständliche, moderne und nicht einseitig formulierte Kommunikation wirkt professionell. Das gilt besonders für Praxen, die neue Mitarbeitende gewinnen möchten und ihre Organisation patientenorientiert darstellen wollen.
Quellen
- Statistisches Bundesamt (Destatis): „49 % der Bevölkerung lebt in Familien“, Veröffentlichung vom 17. September 2026, Bezugsjahr der genannten aktuellen Ergebnisse: Mikrozensus 2025. Original-Link: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/09/PD26_N065_12.html











